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Was kann man mit einer Baufinanzierung finanzieren?
Eine Baufinanzierung darf alles abdecken, was mit deiner Immobilie zu tun hat: den Kaufpreis, in Grenzen die Kaufnebenkosten und Arbeiten, die den Wert der Immobilie betreffen. Konsum gehört nicht dazu. Ein Auto, eine Reise oder neue Möbel finanzierst du nicht über eine Baufinanzierung, weil sie kein Teil der Immobilie sind. Der Grund liegt in der Bauart des Darlehens. Es ist zweckgebunden und über deine Immobilie gesichert – und genau daraus folgen der niedrige Zins und die engen Grenzen beim Verwendungszweck.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Eine Baufinanzierung ist zweckgebunden. Der Zweck steht im Vertrag – und die Bank lässt sich die Verwendung nachweisen.
- Finanzierbar sind der Kaufpreis, in Grenzen die Kaufnebenkosten und alles, was den Wert der Immobilie betrifft.
- Konsum bleibt draußen. Auto, Urlaub und freistehende Möbel gehören nicht zur Immobilie.
- Ein laufender Ratenkredit senkt vor allem die Rate, die du tragen kannst, und damit dein Darlehen.
- Der Zins ist niedriger als beim Ratenkredit, weil die Bank mit der Grundschuld eine echte Sicherheit hat.
- Bei einer bereits abbezahlten oder gering belasteten Immobilie ist auch eine Kapitalbeschaffung zur freien Verwendung möglich, ohne festgelegten Verwendungszweck.
Inhaltsübersicht
Was eine Baufinanzierung ist und warum das alles erklärt
Eine Baufinanzierung ist ein zweckgebundenes Darlehen, das durch eine Grundschuld auf der finanzierten Immobilie gesichert ist. Zweckgebunden heißt: Im Vertrag steht, wofür das Geld verwendet wird – und die Bank zahlt es genau dafür aus. Die Grundschuld ist das Recht der Bank an deiner Immobilie. Zahlst du dauerhaft nicht mehr, darf die Bank die Immobilie verwerten und sich aus dem Erlös bedienen.
Aus diesen zwei Eigenschaften folgt der Rest von selbst. Die Sicherheit senkt das Risiko der Bank und damit den Zins. Weil sie über Jahrzehnte Bestand hat, sind lange Laufzeiten möglich. Und weil ihr Wert an der Immobilie hängt, interessiert die Bank sehr genau, wofür du das Geld ausgibst. Rechtlich steht die Grundschuld in den §§ 1191 ff. BGB.
Was du mit einer Baufinanzierung finanzieren darfst
Der Kern ist immer die Immobilie. Alles, was du finanzieren willst, muss sich auf sie beziehen. Drei Gruppen sind üblich.
Der Kaufpreis der Immobilie
Das ist der Hauptteil und der unstrittige Fall. Die Bank finanziert den Preis aus dem Kaufvertrag, abzüglich deines Eigenkapitals. Wie viel sie übernimmt, hängt am Beleihungswert. Das ist der vorsichtig ermittelte Wert deiner Immobilie. Er liegt typischerweise 10 bis 20 % unter dem Marktpreis, wie wir in unserem Beitrag wie Banken den Beleihungswert deiner Immobilie ermitteln erklären.
Kaufnebenkosten, aber nur in Grenzen
Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch und Maklerprovision zählen zu den Kaufnebenkosten. Sie erhöhen deine Kosten, aber nicht den Wert der Immobilie. Deshalb erwarten Banken in der Regel, dass du sie aus Eigenkapital bezahlst. Mitfinanzieren ist möglich, aber es ist ein Sonderfall mit eigenen Bedingungen, wie wir in unserem Beitrag wann Banken die Kaufnebenkosten mitfinanzieren zeigen.
Alles, was den Wert der Immobilie betrifft
Ein neues Dach, neue Fenster, eine neue Heizung, ein Umbau: Solche Arbeiten fließen in die Immobilie ein und erhöhen ihren Wert. Am Markt lassen sie sich grundsätzlich über eine Baufinanzierung abbilden, ebenso der Neubau. Die Bank prüft dann Angebote und Rechnungen statt eines Kaufvertrags.
Welche dieser Fälle wir bei Navera vermitteln
Hier trennen wir sauber zwischen dem, was der Markt kann – und dem, was du bei uns findest. Über Navera vergleichst du Finanzierungen für den Kauf eines Hauses, einer Eigentumswohnung oder eines Reihenhauses zur Selbstnutzung, dazu Anschlussfinanzierungen für diese Objekte, jeweils mit Eigenkapital. Modernisierung und Sanierung, Neubau und Bau sowie Finanzierungen ohne Eigenkapital vermitteln wir nicht. Wir erklären sie hier, weil sie zur Frage gehören. Als Weg über uns bieten wir sie nicht an.
Was nicht geht: Konsum
Alles, was du aus der Immobilie wieder heraustragen kannst, ist kein Verwendungszweck. Ein Auto, eine Reise oder freistehende Möbel sind kein Bestandteil der Immobilie. Sie erhöhen ihren Wert nicht und werden nicht von der Grundschuld erfasst. Damit fallen sie aus der Zweckbindung heraus.
Kann ich mit einer Baufinanzierung ein Auto kaufen?
Nein. Ein Auto ist kein Teil deiner Immobilie und damit kein zulässiger Verwendungszweck. Die Bank sichert sich über die Immobilie ab, nicht über das Fahrzeug. Dazu kommt ein wirtschaftliches Argument: Ein Auto verliert über die Jahre an Wert, während eine Baufinanzierung über Jahrzehnte läuft. Am Ende würdest du ein Fahrzeug abbezahlen, das längst nicht mehr fährt.
Ein Grenzfall sind fest verbaute Bestandteile wie eine Einbauküche. Nur sehr wenige Banken finanzieren sie direkt mit. Entscheidend ist, ob die Küche im Kaufvertrag gesondert mit einem eigenen Wert ausgewiesen ist: Steht dort ein Betrag für die Küche, mindert er den Kaufpreis – und du zahlst die Küche aus Eigenkapital. Ist die Küche dagegen nicht gesondert bewertet, gibt es keinen eigenen Betrag, der vom Kaufpreis abgezogen werden könnte – dann läuft sie faktisch über die Baufinanzierung mit.
Eine Ausnahme von der Zweckbindung: die Kapitalbeschaffung
Nicht zu verwechseln mit der zweckgebundenen Baufinanzierung ist die Kapitalbeschaffung, manchmal auch Beleihung zur freien Verwendung genannt. Dabei lässt sich eine bereits abbezahlte oder nur gering belastete Immobilie erneut mit einer Grundschuld belasten – und die Bank zahlt den Betrag ohne festgelegten Verwendungszweck aus. Die Immobilie dient weiterhin als Sicherheit, ein Nachweis über Kaufvertrag oder Rechnungen entfällt aber. Voraussetzung ist ausreichend Spielraum zwischen Beleihungswert und bestehender Belastung.
Kann ich mit der Baufinanzierung einen Privatkredit ablösen?
Diese Frage lässt sich nicht mit einem einzelnen Ja oder Nein beantworten. Wichtiger ist ohnehin ein anderer Punkt: Ein laufender Ratenkredit wirkt vor allem in deiner Haushaltsrechnung – und dort kostet er dich mehr, als die meisten erwarten.
Die Bank prüft vor der Zusage, ob du die Rate dauerhaft tragen kannst. Diese Prüfung ist gesetzlich vorgeschrieben (§§ 505a, 505b BGB). Jede bestehende Kreditrate zieht sie dabei von deinem verfügbaren Einkommen ab. Was übrig bleibt, ist die Rate für deine Baufinanzierung. Wir rechnen bei Navera mit maximal 40 % des monatlichen Haushaltsnettoeinkommens für Zins und Rückzahlung, wie wir in unserem Beitrag wie die Haushaltsrechnung der Bank im Detail funktioniert zeigen.
Rechenbeispiel: Was eine Ratenkreditrate von 300 € kostet
Der Rechenweg ist einfach. Das maximale Darlehen ergibt sich näherungsweise aus der Jahresrate geteilt durch die Summe aus Zins und Rückzahlung in Prozent:
- maximales Darlehen ≈ (monatliche Rate × 12) / (Zins + Tilgung in Prozent)
Wir nehmen 4.000 € Haushaltsnettoeinkommen im Monat an. 40 % davon sind 1.600 € Rate. Zins und Rückzahlung setzen wir zusammen mit 5 % an. Das ist eine reine Rechenannahme und kein aktueller Marktwert.
- Ohne Ratenkredit: 1.600 € × 12 / 0,05 = 384.000 € Darlehen
- Mit 300 € Ratenkreditrate: 1.300 € × 12 / 0,05 = 312.000 € Darlehen
Die Differenz sind 72.000 €. Eine Rate von 300 € im Monat kostet dich in diesem Beispiel also 72.000 € Finanzierungsspielraum. Alle Werte sind ein Beispiel und keine Zusage.
Zwei Faktoren verschieben das Ergebnis zusätzlich. Der erste ist dein Alter. Die meisten Banken kalkulieren mit einer vollständigen Rückzahlung vor dem Renteneintritt. Wer später kauft, braucht eine höhere Rückzahlungsrate – und das senkt das leistbare Darlehen weiter. Der zweite ist die Sondertilgung. Das ist eine zusätzliche Zahlung, mit der du schneller schuldenfrei wirst. Sie ist nicht automatisch dabei, sondern muss im Vertrag stehen (§ 500 Abs. 2 BGB), wie wir in unserem Beitrag welche Rate für dich tragbar ist erklären.
Warum Banken die Ablösung unterschiedlich sehen
Manche Banken akzeptieren die Ablösung als Teil des Vorhabens, weil dein Haushalt danach entlastet ist. Andere lehnen sie ab, weil der abgelöste Betrag keinen Gegenwert in der Immobilie schafft. Das Darlehen wächst, die Sicherheit bleibt gleich groß – und der Anteil des Darlehens am Immobilienwert steigt. Genau dieser Anteil bestimmt aber deine Konditionen. Beim Wohneigentumsprogramm KfW 124 sind Umschuldungen ausdrücklich nicht förderfähig.
Zwei Wege sind sauberer. Der erste: Du löst den Ratenkredit vor der Finanzierungsanfrage ab, zum Beispiel aus Erspartem, das du nicht als Eigenkapital eingeplant hattest. Dann taucht er in der Haushaltsrechnung nicht mehr auf. Der zweite: Du legst ihn offen und rechnest mit ihm. Verschweigen ist keine Option, weil die Bank laufende Verpflichtungen in den Kontoauszügen und in der Bonitätsauskunft sieht.
In der Praxis ist die Kapitalbeschaffung der Standardweg für eine solche Umschuldung. Das passt meist zur Anschlussfinanzierung: Steht ohnehin eine Neuverhandlung der Baufinanzierung an, etwa am Ende der Zinsbindung, lässt sich in diesem Zug auch ein bestehender Ratenkredit mit umschulden, wenn der Objektwert genug Spielraum zwischen Beleihungswert und bestehender Belastung lässt. Bei einem Kaufprojekt ist das dagegen eher unüblich.
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Warum ist eine Baufinanzierung günstiger als ein Ratenkredit?
Der Unterschied ist die Sicherheit. Bei einer Baufinanzierung hat die Bank mit der Grundschuld ein Verwertungsrecht an deiner Immobilie. Fällt die Rückzahlung aus, bleibt ihr ein Gegenwert. Beim Ratenkredit steht nur dein Einkommen dahinter – und mehr als eine Forderung bleibt der Bank im Ernstfall nicht. Weniger Risiko bedeutet weniger Risikoaufschlag – und genau das siehst du im Zins.
Dazu kommt die Refinanzierung. Banken bündeln über Grundschulden gesicherte Darlehen und geben darauf Pfandbriefe aus. Das sind besonders sicher gedeckte Anleihen – und für die Deckung darf ein Darlehen nur bis zu 60 % des Beleihungswerts angerechnet werden (§ 14 PfandBG). Diese Refinanzierung ist günstig – und ein Teil des Vorteils landet bei dir. Beim Ratenkredit geht das nicht.
Der dritte Punkt ist die Laufzeit. Eine Baufinanzierung verteilt eine große Summe auf Jahrzehnte, mit Zinsbindungen von 5 bis 30 Jahren. Ein Ratenkredit ist auf wenige Jahre und kleine Summen ausgelegt.
Baufinanzierung und Ratenkredit im Vergleich
| Merkmal | Baufinanzierung | Ratenkredit |
|---|---|---|
| Besicherung | Grundschuld, die Bank darf im Ernstfall verwerten | keine Sicherheit, es zählt dein Einkommen |
| Zweckbindung | an die Immobilie gebunden, Nachweis über Kaufvertrag oder Rechnungen | bei freien Ratenkrediten frei verwendbar |
| Laufzeit | lang, Zinsbindung marktüblich 5 bis 30 Jahre | kurz, wenige Jahre |
| Zinsniveau | niedriger, die Sicherheit senkt das Risiko | höher, kein Gegenwert hinterlegt |
| Vorzeitige Rückzahlung | nur über vereinbarte Sondertilgung oder gegen Vorfälligkeitsentschädigung, ohne gesetzliche Prozent-Obergrenze | jederzeit möglich, Entschädigung auf 1 % beziehungsweise 0,5 % der Restschuld begrenzt (§ 502 Abs. 3 BGB) |
| Prüfaufwand | hoch, mit Objektunterlagen und Bewertung | gering, meist reichen Einkommensnachweise |
Der niedrige Zins und die enge Zweckbindung sind zwei Seiten derselben Sache. Der Ratenkredit ist flexibler und dafür teurer, die Baufinanzierung günstiger und dafür festgelegt.

"Der niedrige Zins einer Baufinanzierung ist kein Entgegenkommen der Bank, sondern der Preis für die Sicherheit, die du ihr gibst. Wer den Zins möchte, nimmt die Zweckbindung mit. Beides zusammen ist das Produkt."
Dennis Albrecht, Senior Finanzierungsberater
Fazit
Eine Baufinanzierung ist kein günstiger Universalkredit, sondern ein Darlehen für eine Immobilie. Finanzierbar sind der Kaufpreis, in Grenzen die Kaufnebenkosten und alles, was in die Immobilie einfließt. Konsum bleibt draußen – und ein Auto kaufst du damit nicht.
Ein laufender Ratenkredit ist selten eine Frage der Ablösung und fast immer eine Frage der Haushaltsrechnung. Rechne ihn früh mit, statt ihn später zu erklären.
Häufige Fragen
Was kann man mit einer Baufinanzierung finanzieren?
Den Kaufpreis der Immobilie, in Grenzen die Kaufnebenkosten und Arbeiten, die ihren Wert betreffen, zum Beispiel ein neues Dach. Alles, was nicht zur Immobilie gehört, ist nicht finanzierbar. Der Zweck steht im Vertrag – und die Bank lässt sich die Verwendung nachweisen.
Kann ich mit einer Baufinanzierung ein Auto kaufen?
Nein. Ein Auto ist kein Bestandteil der Immobilie und deshalb kein zulässiger Verwendungszweck. Die Grundschuld sichert die Immobilie, nicht das Fahrzeug. Dazu passt die Laufzeit nicht: Eine Baufinanzierung läuft über Jahrzehnte, das Auto verliert in dieser Zeit seinen Wert.
Kann ich mit der Baufinanzierung einen bestehenden Privatkredit ablösen?
Das entscheidet die einzelne Bank. Manche akzeptieren es, weil dein Haushalt danach entlastet ist. Andere lehnen es ab, weil der Betrag keinen Gegenwert in der Immobilie schafft. Sauberer ist es, den Ratenkredit vor der Anfrage abzulösen oder ihn in der Haushaltsrechnung offenzulegen.
Warum ist der Zins bei einer Baufinanzierung niedriger als beim Ratenkredit?
Weil die Bank eine Sicherheit hat. Mit der Grundschuld darf sie die Immobilie verwerten, wenn du dauerhaft nicht mehr zahlst. Ein Ratenkredit hat diese Sicherheit nicht. Dazu kommen die lange Laufzeit und die günstige Refinanzierung über Pfandbriefe.
Muss ich einen laufenden Ratenkredit angeben?
Ja. Die Bank ist gesetzlich verpflichtet zu prüfen, ob du die Rate tragen kannst (§§ 505a, 505b BGB). Laufende Verpflichtungen sieht sie in deinen Kontoauszügen und in der Bonitätsauskunft. Ein verschwiegener Kredit kostet dich vor allem Zeit im Prozess.
Kann ich meine Immobilie beleihen, um das Geld frei zu verwenden?
Ja, über die Kapitalbeschaffung. Dabei belastest du eine bereits abbezahlte oder nur gering belastete Immobilie erneut mit einer Grundschuld – und die Bank zahlt den Betrag ohne festgelegten Verwendungszweck aus. Voraussetzung ist ausreichend Spielraum zwischen Beleihungswert und bestehender Belastung.

Adrian Sauer
Adrian ist seit 14 Jahren in der Finanzierung zu Hause, davon elf Jahre mit Schwerpunkt Baufinanzierung. Nach seiner Ausbildung bei einer Sparkasse und einem Bachelor in Wirtschaftswissenschaften an der Universität Rostock war er rund zehn Jahre bei einem der führenden Baufinanzierungsvermittler tätig.
Sein Ansatz ist konsequent lösungsorientiert. Nicht das Produkt steht im Mittelpunkt, sondern die Situation des Menschen dahinter. Nach 14 Jahren kennt Adrian nahezu jede Konstellation und findet für die meisten Vorhaben eine passende Lösung.
Und wenn eine Finanzierung heute noch nicht möglich ist, zeigt er offen, welche Schritte zum Ziel führen. Denn ehrliche Beratung heißt für ihn, Lösungen zu finden und Perspektiven aufzuzeigen. Sein Antrieb: Jede Geschichte verdient es, gehört zu werden.