Was sind Kaufnebenkosten?
Kaufnebenkosten sind alle Kosten, die beim Immobilienkauf zusätzlich zum eigentlichen Kaufpreis anfallen. Sie sind kein optionales Extra, sondern fester Bestandteil jedes Kaufs. Wer nur den Kaufpreis im Kopf hat, verrechnet sich schnell um einen erheblichen Betrag.
Im Kern sind es drei Blöcke: die Gebühren für Notar und Grundbuchamt, die Maklerprovision und die Grunderwerbsteuer. Dazu kommt der Grundsatz, in Gesamtkosten zu denken. Neben den Nebenkosten gehören auch absehbare Modernisierungs- oder Renovierungskosten von Anfang an in deine Planung.
Block 1: Notar und Grundbuch
Ein Immobilienkauf in Deutschland muss notariell beurkundet werden. Der Notar setzt den Kaufvertrag auf, beurkundet ihn und veranlasst die Eintragung im Grundbuch. Für Notar und Grundbuchamt zusammen kalkulierst du mit rund 1,8 % des Kaufpreises.
In diesem Block ist die Auflassungsvormerkung bereits enthalten. Sie sichert dich als Käufer ab, bevor du offiziell als Eigentümer im Grundbuch stehst. Diese Absicherung ist ein wichtiger Schutz, damit der Verkäufer die Immobilie nicht an eine weitere Person verkaufen und eine neue Grundschuld eintragen kann. Sie ist oft weniger bekannt, als sie sein sollte.
Block 2: Maklerprovision
Wenn ein Makler den Verkauf begleitet, fällt eine Provision an. Üblich ist heute eine hälftige Aufteilung zwischen Käufer und Verkäufer. Für dich als Käufer bedeutet das häufig rund 3,57 % des Kaufpreises inklusive Mehrwertsteuer. Die Gesamtprovision liegt damit oft bei rund 7,14 %.
Ein Punkt, den viele übersehen: Die Maklerprovision ist verhandelbar. Das gilt für die Höhe ebenso wie für die Aufteilung. Es lohnt sich, hier nicht einfach den ersten Wert zu akzeptieren.
Block 3: Grunderwerbsteuer
Die Grunderwerbsteuer fällt beim Kauf eines Grundstücks oder einer Immobilie an. Ihre Höhe legt jedes Bundesland selbst fest. Die Spanne reicht von 3,5 bis 6,5 % des Kaufpreises. Erst wenn die Steuer gezahlt ist, stellt das Finanzamt die Unbedenklichkeitsbescheinigung aus, die für die Eintragung ins Grundbuch nötig ist.
Weil sich die Sätze je Bundesland unterscheiden und auch ändern können, lohnt sich ein Blick auf den aktuellen Wert in deinem Bundesland.